Das Wappen der Stadt Ostrava
Heraldische Beschreibung (Blasonierung) des Wappens der Stadt Ostrava 
Das heraldische Wappen der Stadt wird gegenwärtig nur bei offiziellen und außerordentlichen Anlässen verwendet. Die Verwendung des Stadtwappens ist entsprechend dem Gemeindegesetz nur mit der Zustimmung des Stadtrates möglich. Zur Präsentation der Stadt bei kulturellen, sportlichen und sonstigen Ereignissen wird ausschließlich das Logo der Stadt Ostrava verwendet.
BESCHREIBUNG DES WAPPENS
Im blauen Schild auf grünem Rasen ein silbernes springendes Pferd mit goldenem Sattel und roter Decke, begleitet links oben mit einer goldenen Rose mit grünen Kelchblättern und rotem Fruchtknoten.
Zum Ursprung des Wappens von Ostrava gibt es mehrere Erklärungen. Eine davon lautet, dass die Figur des Schimmels wohl ein Symbol der Transitlage der Stadt sein könnte. Wie bekannt, lag die Stadt in der Vergangenheit am sog. Bernsteinweg, damals dem wichtigsten Handelsweg, der von der Ostsee zur Donau und dann zu weiteren Orten Europas führte. Eine weitere Version spricht davon, dass die Pferdefigur wahrscheinlich vom Geschlechtswappen des ersten Vogts und offensichtlich des Lokators von Mährisch Ostrau stammt. Die Rose im Wappen wurde später ergänzt, zur Zeit des Bischofs von Olmütz Stanislaus Thurzo (1497–1560). Jeder Stadtbezirk von Ostrava hat sein eigenes Wappen, was mit der Tatsache zusammenhängt, dass bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts viele der heutigen Stadtteile selbstständige Gemeinden waren.
Es bestehen auch einige Sagen darüber, wie Ostrava zu seinem Wappen kam.
Durchgegangenes Pferd
Es zog einmal ein unbeugsamer Feind ins Land und belagerte die gut befestigte Stadt. Er war bemüht auf viele Arten, die Mauern zu erstürmen, doch die Bürger haben ihre Heimat mutig verteidigt. Der Feind wich nicht zurück und in der umzingelten Stadt wurden die Lebensmittel immer knapper und die Hoffnung auf eine Befreiung sank schnell. Als die Bürger der Verzweiflung nahe waren, fand sich unter ihnen einer mit einer glücklichen Idee, und zwar, dass sie mit ihrem Schrei ein gesatteltes Pferd, aber ohne Zaumzeug, scheu machen und es einmal nachts durch das Tor unter die Feinde vertreiben. Die List bestand darin, dass der Feind sich vor dieser Pforte versammelt und hier auch die Bürger erwarten wird, während diese von einer völlig anderen Seite aufbrechen. Der Vorschlag wurde angenommen und noch in derselben Nacht ausgeführt. Das durchgegangene Pferd verursachte unter den Feinden ein schreckliches Chaos, was sich die Bürger schnell zunutze machten, die von einem anderen Tor vorstießen und den Feind leicht vertrieben. Die Stadt wurde gerettet und überall herrschte großer Jubel. Zum Andenken an die glückliche Idee wählten die Bürger das durchgegangene Pferd für ihr Wappen.
Quelle: Pověsti Ostravska, Edition Ostravica, Repronis 2005.
Zu Hilfe
Es war einmal ein Sommertag. Die Sonne brannte erbarmungslos und die Luft war schwül bis zum Ersticken. Die Ostrauer beeilten sich im Schweiße ihres Angesichts mit ihrer Arbeit auf den Feldern, die außerhalb der Stadtmauern lagen, da auf dem Himmel eine furchterregende schwarze Wolke erschien, die nichts Gutes andeutete. Und da tauchte auf einmal ein Mann auf, ganz erhitzt und mit beängstigtem Gesichtsausdruck. Mit kurzen und gerissenen Worten bat er die Bürger, alles liegen zu lassen und so schnell wie möglich den Hochwälder Herren zu Hilfe zu eilen, denen große Gefahr vom Feind drohte. Als es die Bürger hörten, die immer braven und treuen Untertanen der Hochwälder Herren, dachten sie nicht lange nach. Sie verließen sofort ihre Arbeit, packten ihre Sensen und was sie in den Händen hatten, setzten sich auf die Pferde, die sie in der Eile nicht einmal zäumten, und ritten in Windeseile zum Hochwald. Sie trafen dort gegen Mitternacht ein, griffen den Feind von der Seite an, woher er keine Gefahr erwartete, und zwangen ihn zur Flucht. Gleichzeitig lief die Burggarnison heraus, so dass der Feind bis auf den letzten Kopf geschlagen wurde. Für diese mutige Tat verlieh der Bischof den Bürgern ein schönes Wappen, auf dem ein rennendes Pferd ohne Zaum abgebildet wurde, das an die bestürzte Flucht der Feinde von der Herrschaft Hochwald und auch die schnelle Hilfe der Ostrauer Bürger erinnern sollte.
Quelle: Pověsti Ostravska, Edition Ostravica, Repronis 2005.
Die Städte benutzten heraldische Wappen bereits seit ihren Anfängen im frühen Mittelalter. Die damaligen einfachen Abbildungen hatten zur Aufgabe, besonders die jeweilige Lokalität von einer anderen zu unterscheiden und auch die außerordentliche Stellung unter anderen zu bestätigen, da das heraldische Zeichen oft vom Herrscher als eine bestimmte Ehre und ein Privileg erteilt wurde. Siegel mit Stadtwappen bestätigten wichtige Urkunden, die Wappen schmückten Stadtflaggen sowie Militärfahnen. Zu den Zeiten, als die meisten Menschen weder lesen noch schreiben konnten, war ein einfaches und verständliches heraldisches Zeichen auch ein visueller Impuls, der in den Bewohnern das Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten Gruppe und Stadt aufbauen konnte. Mit der Zeit, wurden die Stadtwappen verschiedenartig abgewandelt und mit neuen Symbolen ergänzt. Eine Änderung in der Verwendung der Wappen trat im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert ein. Auch Einzelpersonen und Privatfirmen verwendeten fortan ihre Markenzeichen.
Die Städte hielten ihre traditionellen Wappen aufrecht und nutzten diese besonders zu feierlichen Anlässen. Trotzdem fangen in der Gegenwart auch böhmische, mährische und schlesische Städte an, neben ihren traditionellen heraldischen Wappen, Logos zu verwenden. Ein Pionier war die Stadt Zlín (Zlin), es folgten zum Beispiel Praha (Prag), Brno (Brünn), Olomouc (Olmütz), Karlovy Vary (Karlsbad) oder Kroměříž (Kremsier). Das Logo der Stadt soll dieselben Anforderungen erfüllen wie die Logos privater Firmen; es soll Interesse erwecken und leicht merkbar sein.
